Meine Bitte um Ihr Verständnis für unsere neuen Tarife

Hier und heute möchte ich um Ihr Verständnis für unsere neuen Tarife werben. Wir haben viele Zuschriften mit konstruktivem Feedback bekommen, von denen wir bestimmt einige in die zukünftige Tat umsetzen werden.

 

Die Corona-Krise hat uns sehr hart getroffen und wir mussten daher sehr schnell handeln, um annähernd liquide zu bleiben. Die Nutzung ist Ende März vollständig zum Erliegen gekommen, so dass wir ohne Einnahmen dastanden, aber noch die immens hohen Kosten für die Bereitstellung der Fahrzeuge hatten. Das passte nicht so ganz zusammen.

 

In letzter Zeit haben wir nun vermehrt Anfragen nach der Wiederaufnahme unseres Dienstes bekommen und darauf eine Antwort gesucht und gefunden. Die hohe Last der Kosten möchten wir auf viele Schultern verteilen. Unsere neuen Tarife waren geboren.

 

Ein Auto kostet eine Menge Geld, und das jeden Monat. Wir wissen das, da wir für jedes Fahrzeug den spitzen Bleistift ansetzen müssen. Wertverlust, Werkstattkosten, Versicherung und Benzin bzw. Strom sind der Löwenanteil, aber auch die versteckten Kosten hauen ordentlich rein.

 

In den Großstädten haben CarSharing-Anbieter die luxuriöse Situation der vielen Kund*innen auf engem Raum. Dort lassen sich Preismodelle mit Wenigfahrertarifen sehr gut abbilden, da die Einnahmen durch die hohe Nutzung gesichert ist (die entsprechend teuer ist). Die Auslastung der Fahrzeuge auf dem Land sieht da leider wesentlich geringer aus.

 

Da nun die Bereitstellungskosten eines Fahrzeugs die Benzin- und Stromkosten um ein Vielfaches übersteigen, kann der Erhalt der Fahrzeuge nur durch eine faire Kostenverteilung erreicht werden. Ein Tarif von 39,- Euro pro Monat dient eben diesem Ziel. Der Betrag deckt im Wesentlichen die Standkosten eines Autos ab. 10 Stunden reine Nutzung inklusive allem geben wir dazu. Das ist in jedem Fall günstiger als das billigste eigene Auto. 69,- Euro für 20 und 99,- Euro für 30 Stunden bieten mehr Freiheit bei der Nutzung. Eine längere Ausleihe ist jederzeit möglich, ohne das Stundenkontingent zu belasten.


Zum Schluss möchte ich einmal erwähnen, dass ich seit der Gründung mit sehr viel Elan, Geld und noch mehr Idealismus an die Mobilitätslösungen für den ländlichen Bereich herangegangen bin. Mir wurde so einige Male “ein Vogel gezeigt”. Geld damit zu verdienen lag mir aber immer fern. Selbst in Beckum geboren und in vielen großen Städten der Welt gearbeitet und gelebt, brenne ich schlichtweg für das Thema.

 

Trotz der vielen Stolpersteine bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass auch wir auf dem Lande eine Möglichkeit haben, kostengünstig und dennoch flexibel unterwegs zu sein. Ich wünsche mir, dieses Ziel gemeinsam mit Ihnen anzugehen und letztlich auch zu erreichen.

 

 

Es grüßt Sie herzlichst

 

Ihr CarSharer

Oli Hock

 

 

Aus dem Nähkästchen:

 

Wussten Sie, dass ein Benziner 11 bis 15 Cent reine Spritkosten pro Kilometer (!) verursacht? Oder dass ein Kombi für 35.000,- Euro nach 10 Jahren etwa gar nichts mehr Wert ist?

 

Im Spiegel erschien neulich ein Artikel über die Kosten eines Autos. Wären uns Käuferinnen und Käufern alle Kosten transparent, kauften wir 37% weniger Fahrzeuge - das ist mehr als ein Drittel. Stellen Sie sich das Mehr an Lebensqualität durch die vielen freien Parkflächen und das Weniger an Lärm vor: https://www.spiegel.de/auto/autokauf-deutsche-unterschaetzen-tatsaechliche-kosten-ihres-autos-stark-a-e9230430-6794-4690-96cd-a988f53b93c4

 

Der ADAC-Autokostenrechner sagt, dass ein einfacher Polo schon 440,- Euro pro Monat kostet. Umgerechnet auf den Kilometer sind das 35 Cent: https://www.adac.de/infotestrat/autodatenbank/autokosten/default.aspx