Car-Sharing in der Provinz

Westfälische NachrichtenSo., 03.12.2017 Existenzgründer Oliver Hock vermietet Leihautos

Oliver Hock bietet seit April Car-Sharing an – bislang an drei Standorten. Der Unternehmer ist aber mit weiteren Kommunen im Kreis im Gespräch. Foto: Beate Kopmann

Beckum - 

Der Mann ist Überzeugungstäter: „Umweltbewusste Mobilität war mir immer schon wichtig. Außerdem habe ich mich oft über die hohen Kosten für mein eigenes Auto geärgert.“ Das brachte Oliver Hock auf den Gedanken, Car-Sharing in der Provinz anzubieten.

Von Beate Kopmann

Zu Jahresbeginn startete der Beckumer, der von Haus aus Software-Entwickler ist, mit seinem Unternehmen zunächst in seiner Heimatstadt, inzwischen gibt es weitere Standorte in Oelde und Everswinkel.


„In großen Städten läuft Car-Sharing ja schon lange. Mein Ziel war es, ein solches Anbot auf dem Land aufzubauen.“ Der Charme dieses Projektes liege natürlich auch darin, dass sich Auto, Bus und Rad beziehungsweise E-Bike gut miteinander kombinieren lassen.

Besonders gut geglückt ist das aus Hocks Sicht in Everswinkel, wo der Unternehmer sowohl mit dem Verkehrsunternehmen RVM als auch mit der Gemeindeverwaltung kooperiert. Letztere hatte ihm angeboten, er könne sein Fahrzeug direkt an der „Mobilstation“ am Haus der Generationen stationieren. Diese Station war zunächst ein Pilotprojekt im ÖPNV: Hier sind Bushaltestelle, aber auch Ladestation für Elektroräder sowie Parkmöglichkeiten gebündelt.

Umweltbewusste Mobilität war mir immer schon ein wichtiges Anliegen.

Oliver Hock

In Oelde sei er von der Stadtverwaltung ebenfalls sehr unterstützt worden, erzählt Hoch. Dort hatte die Stadt sofort einen Stellplatz für das Leihauto geschaffen und nutzt das Fahrzeug in Spitzenzeiten selbst.

Wenn das Unternehmen gut läuft, kann sich Hock vorstellen, seinen alten Beruf als Software-Entwickler ganz an den Nagel zu hängen. Derzeit hat er seine Berufstätigkeit für den Aufbau des neuen Unternehmens nur reduziert. „Mit den Leihautos werde ich ziemlich sicher nicht mehr Geld verdienen als mit der Software-Entwicklung, aber es würde mir mehr Spaß machen.“

Drei Jahre gibt sich der Beckumer, dann muss das Unternehmen Geld abwerfen. „Ich brauche natürlich vor allem mein Auskommen, aber es muss darüber hinaus etwas übrig bleiben, damit ich wieder investieren kann.“ Aktuell plant der Unternehmer bereits, einen Telefon-Service aufzubauen und dafür eine neue Stelle zu schaffen. Es läuft also. „Im Moment kenne ich zwar noch alle Nutzer meiner Leihautos“, sagt Hock und grinst, „aber ich hoffe, dass sich das bald ändert.“

 

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